Odin – am prominentesten 

Bild: Pollyanna Jones. Aus dem Buch “Gods of the Germanic Peoples”.

Eine eher humorvolle Ansicht, warum in unserer Welt Odin geehrt werden sollte
als der prominenteste Gott.


Niederschlag eines Vortrags aus 2017 und 2018

Wie es der Titel meines Vortrags schon so treffend sagt, geht diesen Vortrag über Odin, den Gott, den wir aus vielen Werke kennen als Anführer und Göttervater der Götterwelt der Wikinger. Allvater der Götter und der Menschen der nordischen Völker aus der Wikingerzeit, wahrscheinlich auch eine Zeit davor und danach bis hin zu der Christianisierung des Nordens Europas. Und sicherlich auch von mancher Frau und Mann, die sich heute als Asatruar oder germanischer Heide oder germanische Heidin fühlen.

Vorab schon bitte ich um Entschuldigung, wenn ich ab und zu etwas vom Thema abschweife, aber ich verspreche, dass ich jedes Mal doch wieder zum Thema zurückkomme … jedenfalls, werde ich es versuchen. Das müsste aber im Großen und Ganzen auch gelingen, denn ich habe meinen Text aufgeschrieben … das wird mir bestimmt dabei helfen.

Weltweit ist die Zahl derjenigen, die heutzutage an Odin glauben und ihn verehren, verschwindend gering, statistisch kommen sie in der Weltbevölkerung nicht einmal vor – das aber anscheinend zu Unrecht.

Denn obwohl die Zahl dieser Verehrer nur so klein ist, ist dieser Gott anscheinend allgegenwärtig in unserer Gesellschaft. Von den vielen hunderten Beispielen, die das bezeugen können, möchte ich nur eine gute Handvoll nennen und auch zeigen. Beispiele die nicht einfach fantasiert sind, nein, es gibt sie alle in der Realität.

Beispiele, die klare Belege sind für Odins fast weltweite Anwesenheit – ja, sie sind tatsächlich so überdeutlich, weil Odin sein Tun in unserer Welt nicht im Geringsten verheimlicht. Er benutzt jedes Mal ganz offen seinen Namen, damit jede und jeder das sofort wissen könnte und auch soll. Denn Odin hat sich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft tief eingenistet – böse Zungen behaupten sogar, er hätte sich in unserer Welt breitgemacht.

Nach den nachfolgenden Beispielen, es sind doch etwas mehr als nur eine Handvoll, mag es dann auch für alle klar sein, dass es dringend notwendig ist, die Menschen weltweit über Odin aufzuklären… und dabei muss freilich auch auf die nordische Mythologie zurückgegriffen werden. Das steht hier aber weniger auf dem geistigen Speiseplan. Denn das habe ich schon auf andere Art und Weise dargebracht. Darüber aber erst am Ende mehr.

Kommen wir dann zu Odins Aktivitäten heute, eigentlich wäre der Begriff ‘Unternehmungen’ oder sogar ‘Odins Firmen’ passender. Das wird sich gleich zeigen in den Internet-Präsenzen die gefunden wurden.

Oft wird behauptet, dass Geld die Welt regiert. Wenn Odin in dieser Welt tatsächlich mitmischen möchte, dann müsste er fast selbstverständlich prominent darin tätig sein. Denn Odin ohne seinen Führungsanspruch ist kaum vorstellbar. Und tatsächlich, es braucht nur eine kurze Suche und siehe da…… Odin beschäftigt sich tatsächlich mit Geldanlagen:

Wer Aktien kauft oder verkauft und dabei auch Odin verehrt, die oder der sollte deshalb einmal überlegen, ob ein Aktienritual vielleicht nützlich sein könnte für bessere Erfolge. Gut möglich, das Odin diesen Verehrern manchmal einen guten Insidertipp gibt. Wenn es dir tatsächlich gelungen ist, dann bitte ich um heimliche Rückmeldung. Schließlich möchte ich meine kleine Rente auch etwas aufbessern.

Ja, sogar in der Kombination Energie und Aktien ist Odin betätigt, denn das ist vielleicht sogar die mächtigste Sparte der ‘Geld-Industrie’. Da darf er selbstverständlich nicht fehlen.

Der Hauptsitz ist, wie die Webadresse zeigt, in Australien. Zwar weit weg, aber einerseits wohnen dort sehr viele, die von Europäern abstammen, anderseits hat gerade der Exodus nach Australien Odins Einflussbereich deutlich erweitert. Da man sogar dort, wie eigentlich auf der ganzen Welt, auch gelegentlich einen Regenbogen wahrnehmen kann, können Odin und auch alle anderen Götter, gemächlich über die Regenbogenbrücke schlendernd, sich praktisch zu jeder Stelle auf Midgard begeben … also auch nach Australien.

Handys, insbesondere Smartphones sind inzwischen weltumspannende Kommunikationsmittel. Dann sollten wir natürlich nicht nur erwarten, ja sogar auch wissen, dass Odin da mitmischt. Und selbstverständlich bestätigen sich unsere Erwartungen und unser Wissen. Er hat Software für Smartphones entwickelt. Die Downloadseite des Computerheftes Chip bietet das kostenlose PC Programm ‘Odin’ an, damit können am Rechner angeschlossene Android Smartphones bearbeitet werden.

Bei seinen Geschäften hier auf Erden denkt Odin auch an seine göttlichen Verwandten und bindet die in einige seiner Firmen ein. Beim eben genannten Geschäft hat er einen anderen Asen einbezogen, denn auf derselben Webseite wird zum genannten Odin-Programm noch hinzugefügt:

Eine andere Webseite für Software und Smartphones empfiehlt:

Das betrifft also nur Software für Smartphones. Aber auch mit der Hardware, also mit der Herstellung der Geräten selber beschäftigt dieser geschäftstüchtiger Gott sich. Dabei ist er nicht mal Konkurrent der anderen Smartphone-Hersteller, nein, Odin hat dabei ein deutliches soziales Ansinnen. Er richtet sich mit seinen Smartphones auf eine kleine Minderheit in der Bevölkerung:

Also Handys für Blinde und Sehbehinderte..

Es wird viele von euch nicht wundern, dass gerade ich auf solche Handys aufmerksam geworden bin. Aus den nordischen Mythen gibt dazu es einen klaren Hinweis, der es sehr verständlich macht, dass Odin sich gerade für diese Marktnische interessiert.
Ein Schluck Wasser aus dem Brunnen des Riesen Mimir war für ihn so wichtig, dass er dafür eins seiner Augen opferte. Seitdem geht er mit nur ein Auge umher. Das ist schon der halbe Weg zum blind Sein. Deshalb ist Odin auch der Gott der Blinden und Sehbehinderten. Und er kümmert sich auch heute noch um diese Verehrer:

Und zwar nicht nur mit Telefone sondern auch als Anbieter des Mobilnetzes Odin-Mobile.

Es ist eigentlich ja auch gar nichts Anderes zu erwarten, denn auch im Computerbereich fehlt Odin nicht. Da gibt es zum Beispiel ein freies Programm um Backups oder Spiegelungen einer Festplatte zu erstellen.

Es ist eigentlich ja auch gar nichts Anderes zu erwarten, denn auch im Computerbereich fehlt Odin nicht. Da gibt es zum Beispiel ein freies Programm um Backups oder Spiegelungen einer Festplatte zu erstellen.

Schon wieder dieser sozialer Aspekt – mit diesem Programm hilft Odin mindestens dreiviertel der Computer-Benutzer ihre kostbaren Bilder, Briefe, viele andere Daten bis hin zum Windows Betriebssystem zu sichern. Frag mich jetzt bitte nicht, weshalb es nicht für Mac-Computer verfügbar ist; vielleicht haben einige Götter diesen Bereich in Bezirke aufgeteilt und für Mac könnte vielleicht die Göttin Kali oder Jahweh verantwortlich sein.

In diesen Zusammenhang sollte der berühmte Odin-PC nicht vergessen werden, es gab dieses Gerät neulich noch: 

Odin war in der Computerbranche sogar vom Anfang an dabei. Er hat schon ein Unternehmen übernommen noch bevor es PCs gab. Jawohl, er hat ein bestehendes Unternehmen, das einem seiner Söhne gehörte, übernommen. Weshalb er das tat, bleibt verborgen. Manche Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an den Commodore 64 und seinen Gegenspieler, den ZX Spectrum Computer. Vor einigen Jahren hat Odin seine alte Firma wieder aufs Neue gegründet um Nostalgikern die alten Computerspiele wieder anzubieten:

Heutzutage nehmen die sogenannten Clouds immer mehr an Bedeutung zu. Daten werden nicht mehr oder nicht mehr nur auf der lokalen Festplatte gespeichert, sondern in diesen Clouds – große Speichermedien im Internet. Das hat sicher für die Benutzer große Vorteile – wenn die eigene Wohnung abbrennt oder in die Luft geht, liegen die Computerdaten noch immer sicher auf irgendeinen großen Rechner anderswo. Und Odin sollte nicht Odin sein, wenn er auch da nicht mitmischt –

Wenn viele Odins Cloud benutzen, schicken ja alle diese Benutzer freiwillig ihre Daten zu ihm. Das ist sicher eine willkommene Ergänzung zu den Informationen, die seine Nachrichten-Häscher, die beiden Raben Hugin und Munin für ihm sammeln. Ob die Datenschutzbehörden, die sicherlich nicht zu den Odin-Verehrern zählen, damit glücklich sind, ist eine andere Sache. Odin-Verehrer kümmert das nicht, die vertrauen Odin.
Im übrigen, wer noch eine Arbeitsstelle braucht, Odin sucht in seiner Cloud-Sparte noch menschliches Personal:

Für das Oberhaupt einer polytheistische Religion ist es dabei selbstverständlich, dass bei solche Stellen die religiöse Gesinnung keine Rolle spielt – Odin beansprucht die religiöse Wahrheit nicht exklusiv für sich selber.

Aber auch in andere Bereiche unserer Gesellschaft hat Odin sich eingenistet, sogar in einfache Haushaltsutensilien. Ein Beispiel dafür ist eine Firma “Odin Produkte”. Einige der Produkte die Odin dort anbietet sind:

Eins der Produkte fand ich sehr nützlich, denn bei einem vorherigen Treffen wurden viele herrliche Walnüsse kostenfrei angeboten und da habe ich mir eine kleine Tüte leckerer Nüsse nicht entgehen lassen.

In übertragenden Sinne mag es für uns deutlich sein, dass für Odin kein Nuss zu hart ist – er kann sie alle knacken.

Heutzutage scheinen praktisch alle mittelgroßen und großen Firmen Berater zu brauchen, die ausführliche Berichte schreiben über Probleme in der Firma, die viele einfache Arbeitnehmer schon lange erkannt und gemeldet haben, aber die sind nun mal keine Berater. Odin weiß das und daher gibt es in Hamburg das Beratungsunternehmen Doktor Odin:

Jaja, Doktor Odin!
Ich möchte gerne mal wissen, welche Universität Odin diesen Titel verliehen hat. Hatte deshalb mal kurz gesucht … und gefunden …. Odin hat dafür eine göttliche Lösung gefunden, denn er hat einfach selber eine Universität gegründet, und zwar eine virtuelle Universität. Da kann er zudem auch noch sein eigenes Personal ausbilden.

Es geht noch weiter … die Welt ist groß. Unsere Welt besteht nicht nur aus Ereignisse, sondern auch aus Bildern und da mischt Odin sich selbstverständlich auch darin ein mit seinem eigenen Grafikunternehmen:

Das ist natürlich auch nicht verwunderlich, schließlich kennen wir Odin auch als Schirmherr der schönen Künste… er ist daher schon von Alters her ein Kenner, vermutlich dann auch ein guter Grafiker.

Selbstverständlich hat Odin auch sein Auge auf die Tourismusbranche geworfen und sich darin eingenistet. Er weiß, dass wir heute in unserem hastigen Leben Zeit für Entspannung und Relaxen brauchen:

Aber nicht nur in Deutschland, denn viele von uns möchten im Urlaub auch mal gerne etwas weiter weg. Gleichzeitig wieder ein Beweis, dass Odin seinen Einflussbereich geographisch erheblich erweitert hat:

Die Sicherheitsbranche sollten wir bestimmt auch nicht vergessen. Schließlich betrachten viele unter uns Odin als ein ausgezeichneten Schutzgott. Und in der heutige Zeit ist Sicherheit nicht mehr überall selbstverständlich, auch hier in diesem Land nicht. Also ist er da auch tätig mit seinem eigenen Sicherheitsdienst.

Odins Verehrer haben freilich einen direkten Draht zu ihm und können um seinen Schutz bitten, aber der Rest der Menschen, die anderen Religionen anhängen oder gar keinen, können Odins Dienste über diese Firma gegen Bezahlung bekommen.

Da aus den altnordischen Quellen gesichert bekannt ist, das Odin zwei Paläste besitzt, konnte es natürlich nicht ausbleiben, dass er sich in das Geschäftsfeld der Immobilien begeben hat. Kein Wunder, dass es eine Immobilien Firma ODIN gibt.

Wie man sieht, ist Odin hier eingestiegen in die Firmengruppe seines alten Kumpels Mimir – der von den Brunnen der Weisheit. Es könnte gut sein, dass dies sogar eines der ersten Firmen von Odin ist … er hat dabei auf den Rat Mimirs gehört, wie er es in den Mythen ja auch schon so oft getan hat. Als das Geschäft dann gut lief, hat er natürlich Lust auf mehr gehabt.

Jetzt komme ich zu einer heiklen Stelle in meinem Vortrag, jedenfalls für diejenigen, die es vorziehen sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Denn Odin hat sich selber und seinen Namen auch mit der Jagd verbunden. Er soll ja selber auch ein ganz passabler Jäger sein, er wird nicht umsonst oftmals der Wilde Jäger genannt. Dass er dann auch Jagd-Utensilien verkauft, sollte nicht wirklich verwundern. Aber ein Insider soll mir bitte doch mal erzählen, wozu dieses Produkt dient, das von Odin Jagd-Produkte verkauft wird?

Aus den Mythen der Edda kennen wir das magische Schiff Skidbladnir des Gottes Freyr, das alle Götter Asgards transportieren kann, immer günstigen Wind in den Segeln hat und so klein zusammengefaltet werden kann, das Freyr es in einem Beutel mit sich tragen kann.
Aber Odin braucht anscheinend Freyrs magisches Schiff gar nicht, er hat sein eigenes Schiff in unserer Zeit, wie die Webseite Odin-Sailing bezeugt:

Wir wissen aus den alten Quellen, dass die gefallenen Krieger später bei Ragnarök die Götter in der Schlacht unterstützen und dafür üben sie freilich jeden Tag. Aber auch der Feind ist voll im Training. Und lasst euch dabei nicht beirren durch den Namen eines Fantasy-Spieles; das ist bloß Tarnung. Wir in unsere Welt viel Erfolg hat, bekommt auch viele Feinde.

An dieser Stelle wäre ich schon ein wenig neugierig, wer von den Zuhörern sich vielleicht mit den Mund als Odin-Verehrer ausgibt, insgeheim sich aber bei seinen Feinden angeschlossen hat und mit denen hier trainiert hat.

Rohstoffe, die verborgen in der Erde sind, sind uns noch immer sehr wichtig. Für Odin auch. Wenn wir dazu bedenken, dass in den altnordischen Göttermythen Gold sehr wichtig ist, dann sollte es uns auch nicht befremden, dass Odin sich auch hier betätigt:

Diese Aktivität Odins mag uns auch erinnern an eine Stelle in der Völuspá, wo eine Seherin erzählt über Gullveig, deren Name manchmal übersetzt wird mit “Macht des Goldes”. Gullveig wurde von den Asen dreimal verbrannt aber jedes Mal lebte sie wieder.

Sie erinnert sich, wie auf der Erde
der ersten Kampf entstand, als
sie Gullveig mit ihren Speeren stachen
und sie verbrannten
in der Halle des Hohen;
dreimal verbrannten sie sie,
die dreimal Geborene,
das geschieht nicht oft,
aber sie lebt noch.

Es wird gemutmaßt, dass die Asen zu solche Maßnahmen griffen, weil sie Gullveig ihre Macht über das Gold entreißen wollten. Das scheint aber nicht gelungen zu sein. Wenn das stimmt, das ist es kein Wunder, das Odin sich jetzt eine Goldmine zugelegt hat.

Ohne Parfüm und andere Duftprodukte geht noch kaum was in unsere Gesellschaft. Düfte können verführen, und ich zweifle nicht daran, dass auch in Geschäften Düfte eingesetzt werden um einen günstigen Deal abzuschliessen. Odin kam daher auch nicht drum herum mit einer eigenen Duftreihe auf dem Markt zu erscheinen, die Odin – New York Reihe Unisex Düfte. Ein Beispiel hier ist die Sorte mit dem Namen ‘Sunda’.

Das ist nur eines seiner Düfte, die man für schlappe € 140,– ergattern kann.

Auf der gleichen Webseite weiter unten soll dieser englischen Text diesen Sunda-Duft empfehlen:

Beeindruckend, nicht?
Man kann es sich aber aussuchen, es gibt noch elf andere Geruchsrichtungen in dieser Odin-Parfümreihe.

Bei so vielen Geschäften ist es klar, dass auch Odin sich manchmal entspannen muss, und er hat sich für sein Vergnügen dem Ballsport gewidmet und in Hannover schon vor längerer Zeit einen Verein gegründet:

Dort spielt er nach Lust und Laune wahlweise Fußball, Handball, Korbball, Rugby, Volleyball und mehr.

Weil nicht nur für die Deutschen das Bier ein nicht mehr wegzudenkenden Getränk ist, für manche mag es sogar Hauptnahrungsmittel sein, hat Odin sich seine eigene Biermarke zugelegt, und zwar im Bierland schlechthin: Deutschland:

Es ist sogar in einem Schloss gebraut, bloß konnte ich nicht feststellen, ob das nun in Gladsheim oder Valaskjalf ist … er besitzt in Asgard ja zwei Schlösser. Aber vielleicht hat er sich speziell für dieses Bier ein Schlösschen in Bayern zugelegt. Aber ich bin schon froh, das Schloßbräu drauf steht und nicht Klosterbräu – das würde mir doch zu denken gegeben haben.

Manchmal sollte man sich nicht durch doppeldeutige Angaben auf eine falsche Fährte locken wenn man im Internet über “Odins flotten Dreier” liest. . Denn das hier handelt sich auch um Getränke.

Ob nach dem Austrinken dieser Flaschen dann doch die andere pikantere Bedeutung realisiert wird, sollte den Schleswiger Verkäufern gefragt werden.

Es gibt noch sehr viel mehr solche klare Beweise, dass Odin sich in unserer Gesellschaft in praktisch allen Bereichen manifestiert. Es würde mich gar nicht wundern, wenn er damit von allen bekannten und unbekannten Götter mit uneinholbarem Abstand an erster Stelle liegt. Deshalb sollte eigentlich jeder Mensch wissen, was wir so alles aus der Geschichte und Mythologie über ihn wissen oder meinen zu wissen. Deshalb noch ein wenig zu den Odin-Mythen und sogar ein kleines bisschen Geschichte.

Die ältesten einigermaßen gesicherten Quellen über Odin stammen aus der Wikingerzeit. Aber auf den Orkney Inseln steht der Beweis, dass Odin auch schon in der Steinzeit bekannt war. Denn da gibt es den Odin-Stein, ein Monolith der wahrscheinlich im 3. Jahrtausend vor der Zeitrechnung auf der Orkneyinsel Mainland aufgestellt wurde.

Der Stein steht dort also so etwa seit 5000 Jahren. Das muss wohl zu Ehren Odins gewesen sein, denn sonst hätte der Stein sicherlich nie diesen seinen Namen bekommen.

Aber da aus der Steinzeit uns leider keine schriftlichen Dokumente über Odin überliefert sind, muss ich mich hier weiter beschränken auf die aus dem Mittelalter der Wikinger.

Ja, es wäre für jede und jeden sinnvoll sein zu wissen, wer Odin als Gott ist – und da wir dafür hauptsächlich mythologische Quellen haben, wird Odins Rolle meistens an Hand der alten Mythen verdeutlicht. Da gibt es freilich die beiden Eddas, zudem die Gesta Danorum (übersetzt: Die Taten der Dänen), das norwegische Königsbuch Heimskringla und so manches Skaldenlied.

Die Erzählungen darin mögen sich ab und zu für orthodox-Gläubige wie ein Sakrileg anhören, aber wir sollten uns bewusst sein, dass die Mythen über und um Odin keine Offenbarungen sind; Odin hat sicher nicht dem christlichen Autor der Prosa-Edda seine Biographie ins Ohr geflüstert, dann hätten die Mythen bestimmt ganz andere Inhalte gehabt. Und die altnordischen Skalden wollten an erster Stelle ihre Zuhören amüsieren – in Hauptsache waren diese Zuhörer die Oberschicht der Bevölkerung. Ich möchte mein Hand nicht dafür ins Feuer stecken, oder in das Maul Fenrirs, dass die Skaldenlieder alle Offenbarungen seien, die ihnen Odin in Träumen oder Visionen vermittelt hat. Die Entstehungsgeschichten von so manchem Skaldenlied mag zum Staunen führen.

Es gibt von diesen alten Skalden schon einige skandalöse Geschichten um Odin. Er wird mehrmals von seiner Frau betrogen und geht dann sogar einmal schwer enttäuscht freiwillig ins Exil. Ein andermal bringt er eine Frau mittels Zauberei in seine Gewalt und als sie ohnmächtig wird, schwängert er sie und wird darauf von den anderen Göttern gezwungen ins Exil zu gehen.

Ob es sich nun wirklich um Odins tatsächliche Taten handelt, bezweifle ich eigentlich, ich vermute eher, dass ein Skalde sich so eine Geschichte ausdachte um das Verhalten des Königs, bei dem er am Hof diente, zu rechtfertigen. Es wäre aber auch möglich, dass solche Geschichten zum Herabwürdigen der alten Götter dienen sollten … Mutmaßungen gibts hier genug.

Manchmal gibts auch kuriose Sachen in den altnordischen Quellen, die meine bildliche Fantasie anregen. Ein Beispiel gibt es im Sigrdrifalied, einem Gedicht aus der Lieder-Edda; da gibt die Walküre Sigdrifa dem Helden Sigurd viele Ratschläge. Dabei sind auch welche über den Gebrauch von Runen. Dort wird erwähnt, dass auch auf die Zähne von Odins Pferd Sleipnir Runen eingeritzt sind.

Hier sind die beiden Strophen:

Seit der Flut von Tattoos auf der Haut anscheinend langsam wieder abnimmt, wäre das doch eine Marktlücke … sich Runen in den Zähne ritzen lassen.

Wenn ich mir so anschaue, welche ökonomische Macht Odin sich hier in unsere Welt aufgebaut hat und dabei auch in einer anderen Welt auch noch der höchste Anführer ist, ja, dann, manchmal, nun ja, eher so ab und zu, bisweilen, dann wünsch’ ich mir auch ein Gott zu sein, mächtiger Herrscher, Herr über alles, einen Allvater, eben, wie Odin. Und dann kommt mir der niederländische Dichter Willem Kloos in Erinnerung.Eins seiner Gedichte musste ich in der Schule lernen. Die ersten beiden Strophen lauten, übersetzt:

 

Wenn ich dann im Sommer mit meinen dünnen Schlapphut spaziere, dann könnte es passieren, dass ich mich großartig fühle, so in etwa wie ein Gott. Doch wenn die Gedanken dann weiter spazieren, dann holt die knallharte Realität des Alltags mich schon bald wieder ein. Dazu schrieb ich folgendes Gedicht:

Dürftig

Jawohl, ich bin‘s, ich bin ein Gott;
nun ja, so fühlt sich‘s manchmal an.
und du bist, ich mein‘s, echt, ohne Spott:
freilich eine Göttin dann.

Es klingt doch gut, und ist auch fein
nach seinem Gefühl ein Gott zu sein –
doch stopp, wart‘ mal, oh nein,
es ist nicht alles Götterschein!

Auch ich muss warten an der Kasse,
da bin ich einer aus der großen Masse.
Auf der Arbeit bin ich nur angestellt,
und krieg da nie genügend Geld.

Gesetze gelten auch für mich,
manchmal ist das ärgerlich!
Sogar daheim ist nicht mein Herrscherplatz,
denn dort, du ahnst es schon,
dort herrscht die Katz.

Nur der Hund stellt mein Gott-seinnicht im Frage,
der tut brav jedes Mal, was ich ihm sage.

Sitz! Ab! Komm! Folg! – Er macht das flott:
Jawohl, der sieht mich als sein Gott!

In unserer heutigen Gesellschaft, wo man schnell lebt, nur wenig Zeit hat etwas gründlich zu überdenken und das dann meistens auch nicht tief genug tut, weil die Zeit fehlt, weil das Telefon klingelt, weil ein nächster Termin ansteht, weil man zu müde ist und lieber unterhalten werden möchte …. ja, dann ist es auch leicht durch alle Tage des Alltags zu trotten, ohne sich um welche Gottheit dann auch zu kümmern. Und dann kann es schnell passieren, dass Odin tief im Hintergrund der Gedanken verschwindet, nah am Vergessen. Und wenn du dann eines Tages draußen unerwartet einem Mann begegnest, der dich von unter seinem breiten Hut fröhlich grüßt, dann bist du gesegnet.

Zurück zu Odin

Von unter dem breiten, schattenreichen Hut,
grüßt er mich freundlich und wohlgemut.
Sein funkelndes Auge kann tief in mich sehen
und ich bleib stehen.

Erinnerungsfetzen kommen zurückgeflogen
von alten Göttern und einem Regenbogen.
Verschlossenes Wissen wird wieder befreit:
zur rechten Zeit.

„Du hattest mich zwar vergessen, aber doch
tief in dir verborgen wusstest du noch
und findest gerade den Weg zurück zu mir:
ich bin bei dir.“

Gerettet aus dem dumpfen Daseinstal,
vergessen werd‘ ich dich, Herr, nicht noch einmal.
Er nickt, vergebungsvoll und heiter,
und ich geh weiter.

Über Odin so wie wir ihn kennen aus der Mythologie, habt ihr in diesem Vortrag wenig gehört. Das war auch nicht meine Absicht. Das kann man ja selber einfach nachlesen in den verschiedenen Quellenbücher.
Wer von euch tatsächlich gerne mal vieles aus den Mythen um Odin lesen möchte und keine Lust hat in vielen unterschiedlichen Quellen und an unterschiedlichen Stellen zu suchen, dem kann ich mein kleines Buch Odin – Ein mythologischer Spaziergang ans Herz legen.

Vieles aus den alten Mythen über und um Odin ist darin zusammengetragen, zudem sind einige meiner Gedichte darin aufgenommen und so manch passendes Bild.

Und damit beschließe ich diesen kleinen Vortrag, ich hoffe, es hat ein Bisschen Spass gemacht.

Vielen Dank für eure Geduld.

Gunivortus

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