Was ist Filk (Musik)
Text und Video von Gunivortus Goos
Eigentümer dieser Seite und Verfasser des kurzen Artikels, das bin ich, Gunivortus, Guus für Familie, Verwandtschaft und Freunde.
Ich kam Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts mit Filk-Musik in Berührung. Nicht durch persönliche Kontakte, sondern vielmehr durch online verfügbare Lieder. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit langem ‚süchtig‘ nach Science-Fiction- und Fantasy-Romanen und fühlte mich sofort zu der Art von Folkmusik hingezogen, die sich auf diesen Aspekten konzentriert.
Im Laufe der Jahre sammelte ich viele Filk-Lieder … meist komplette Alben und ich mag sie immer noch gerne hören.
Dennoch habe ich nie eine der beteiligten Personen getroffen und war nicht einmal in den USA, wo fast alle Filk-Aktivitäten stattfanden und -finden. Höchstwahrscheinlich ist es zu spät, um diesen Traum zu verwirklichen, einmal daran teilzunehmen.
Wie dem auch sei, hier sind einige kurze informative Hinweise zur Filk.
Filk-Musik ist eine musikalische Kultur, ein Genre und eine Gemeinschaft, die mit Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Fandoms sowie einer Form von Fanarbeit verbunden ist. Musik aus Rollenspielen (insbesondere LARP) ist ebenfalls Teil dieses Genres.
Das Genre existiert seit den frühen 1950er Jahren und wird hauptsächlich seit den Mitte der 1970er Jahre verbreitet. Es hat eine Nischenpopularität mit treuen Anhängern in der Underground-Szene.
Das Wort ‚filk‘ soll ursprünglich ein Schreibfehler in einem Fanzine gewesen sein. Anstelle von „science fiction FOLK music“ wurde das ‚o‘ in Folk fälschlicherweise als ‚i‘ eingegeben. Die Zeitung Los Angeles Times, meist abgekürzt als LA Times, druckte dies ohne Überprüfung nach. Und der Name wurde auf diese Weise beibehalten.
In den ersten Jahren war Filk-Musik beschränkt auf live Auftritte, erst ab den 80er Jahren brach ein ‚Sturm‘ von Aufnahmen aus, zuerst auf Audiokassetten und LPs, dann auch auf CDs, jedoch vorherrschend ‚Live‘-Aufnahmen. Das impliziert, dass die Musik meistens nicht in Studios ‚korrigiert‘, aufgepeppt bzw. verbessert wurde und nicht richtig getroffene Töne und Irrtümer bei der Begleitnusik auf den Medien zu hören sind. Zudem gab es spontane Auftritte, wo Darsteller ohne gute Gesangstimmen Lieder sangen. Das mag beim Hören der auf Medien gespeicherten Musik zweitklassig oder schlechter klingen, beim Publikum während der – manchmal sogar spontanen – Live-Auftritte war das völlig unerheblich, man war als Fan unter Fans zusammen und feierte voller Freude.
Jedoch, auch aus der Zeit vor den achtziger Jahren existieren Aufnahmen; die mir am ältesten bekannte ist eine Single (zwei Lieder) von Chuck Rein aus dem Jahr 1967: „In Western Lands“ und „Oh, the Planets We’ve seen“. Um diese Zeit veröffentlichten auch die Band DeHorn Crew (mit Leslie Fish) die beiden Alben „Folk Songs For Folk Who Ain’t Even Been Yet“ und „Folk Songs for Solar Sailors“.
Heute, nachdem einige Jahrzehnte verstrichen sind, werden viele der älteren Aufnahmen bearbeitet, was zu einer besseren Qualität der Aufnahmen führt. Ein Beispiel dafür ist die Firma Prometheus Music (https://www.prometheus-music.com/).
Auch heute ist die Beschreibung dessen, was Filk ist, nicht eindeutig; während einige behaupten, dass die zugehörige Gemeinschaft und das Fandom Teil davon sind und sein müssen, bestehen andere darauf, dass es sich hauptsächlich auf eine Art von Musik (SF, Fantasy und verwandter Humor) beschränkt. Die Gemeinschaft wird dann als das bevorzugte Umfeld angesehen, in dem Filk gefeiert wird, ähnlich der Gemeinschaft spezifischer Metal-Musik.
Ein schönes Beispiel für die ‚Fantasy-Filk‘ ist die Sammlung, die auf den Fantasy-Büchern von Mercedes Lacky basiert; viele ihrer Romane und Trilogien sind miteinander verbunden und spielen in der Welt von Velgarth, hauptsächlich im Land Valdemar und den umliegenden Gebieten. Ihre Valdemar-Romane bilden ein komplexes Netzwerk von Interaktionen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Protagonisten. Zwischen 1987 und 2005 wurden zehn Alben veröffentlicht, die Songs enthalten, die auf diesen Valdemar-Büchern basieren. Sowohl die Autorin selbst als auch mehrere andere schrieben die Liedtexte, die von verschiedenen Künstlern gesungen wurden. Dabei handelt es sich um Fantasy-Filk, nicht um die auf Science-Fiction basierende Musik.
In Filk haben die Texte eine bedeutende Rolle, da die Lieder oft Geschichten erzählen oder literarische Quellen referenzieren. Parodien sind ebenfalls sehr beliebt; ein wirklich schönes Beispiel für das Parodien-Genre sind die „Tapeworm“-Audio-Kassetten, die von Bob Kanefsky Ende der achtziger Jahre produziert wurden – dieser Name bezieht sich sowohl auf das Kassettenformat als auch auf Kanefs Maskottchen, den Songwurm.
Filk wurde erstmals in den 1960er Jahren als eigenständiges musikalisches Genre in der englischsprachigen Welt anerkannt. Es gab zahlreiche jährliche Filk-Konventions (Musikversammlungen/Festivals), die typischerweise von einigen Hundert Teilnehmern besucht wurden. Neben einem umfangreichen Konzert- und Workshop-Programm waren ausgedehnte „Circles“ ein zentrales Element, in denen die Teilnehmer neue oder Lieblingslieder präsentierten oder gemeinsam sangen. Daher sind tragbare akustische Instrumente aus praktischen Gründen vorherrschend.
Medien ( LPs, Audiokassetten und CDs) wurden oft in kleinen Stückzahlen produziert, wodurch sie in regulären Musikgeschäften und Kaufhäusern selten erhältlich sind. Die Verbreitung erfolgte in der Regel über Online-Verkäufe oder auf Messen. Heute sind viele dieser älteren Aufnahmen auf der Website archive.org und einigen anderen im World Wide Web verfügbar.
Filk entstand ursprünglich auf Science-Fiction-Konventions, wo Science-Fiction-Texte zu Gitarrenbegleitung gesungen wurden. Bald umfasste Filk auch Themen aus Fantasy, Medien (TV, Serien), Rollenspielen und sogar Computern. Die Instrumentierung erweiterte sich, und zunehmend professionelle Aufnahmen wurden gemacht.
Heute liegen die Themen überwiegend im Bereich Fantasy, und die Melodien sind oft von der Volksmusik beeinflusst.
Es gibt noch mehr Musikalben, die auf Science-Fiction- oder Fantasy-Büchern basieren, wie zum Beispiel Lord Dunsanys „Die Königstochter von Elfland“, das von den ehemaligen Mitgliedern der Steeleye Span, Bob Johnson und Peter Knight, im Jahr 1977 aufgenommen wurde, oder das Steeleye Span-Album „Wintersmith“ von 2013, das hauptsächlich von Terry Pratchetts „Wintersmith“ und anderen „Discworld“-Büchern inspiriert ist – es enthält sogar einen gesprochenen Beitrag des Autors. Neben vollständigen Alben haben auch viele Künstler Lieder aufgenommen, die auf SF/Fantasy-Werken basieren. Nur einige der vielen Beispiele sind: Die Power-Metal-Band „Blind Guardian“ hat Lieder, die auf „Der Dunkle Turm“, „Dragonlance“ und „Dune“ basieren; Ed Sheeran mit seinem Lied „I See Fire“ für „Der Hobbit“; oder „Ein Lied von Eis und Feuer“ (Florence + The Machine mit „Jenny of Oldstones“). Diese Beispiele werden von wenigen Insidern als ‚Filk‘ betrachtet, während viele andere eine Verbindung abstreiten, hauptsächlich weil sie nicht mit der ‚Filk-Community‘ verbunden sind.
Mehr über Filk Musik gibt es zu lesen auf:
https://en.wikipedia.org/wiki/Filk_music
und anzusehen/anzuhören auf:
https://www.youtube.com/watch?v=G4NzZ5wy2WM
Schließlich ein Video mit einer Zusammenstellung kurzer musikalischer Ausschnitte aus verschiedenen Filksongs im Laufe der Zeit. Es ist zu beachten, dass nicht jeder Filk-Fan jedes Lied als Filk akzeptieren würde.
Kurze Songinformationen sind mit zufällig hinzugefügten Illustrationen vermischt.
