Friesenlieder – Leitfaden

1. „Eala Fria Frisia“ des aus der kleinen Stadt Leer stammenden Dichters Rudolf Justus Ihnen aus dem Jahr 1842. Dieses aus 17 Strophen bestehenden Gedicht – jede Strophe zählt 8 Zeilen – verzeigt einer bombastischen Rhetorik und die Verwendung der dichterischen Freiheit auf Kosten der realen Ereignisse der Geschichte.
Es wurde erstmals veröffentlicht im ersten Heft der Emder Zeitschrift „Frisia“ und galt im 19. Jahrhundert als ostfriesische ‚Nationalhymne‘.
Das Gedicht kann betrachtet werden als eine Ausschweifung des auslaufenden Zeitalters der Romantik, eine europäische Kultur- und Kunstbewegung, die ungefähr von 1790 bis 1840 andauerte. Sie entwickelte sich als Reaktion auf die Aufklärung und setzte das Gefühl, die Sehnsucht, das Mystische sowie das Individuum über die Vernunft. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Verbundenheit mit der Natur, der Fantasie, dem Mittelalter und der Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen.

Beim Versuch die Grenzen der abonnierten KI Onlinedienst zur Erstellung von musikalischen Ergüsse auszureizen, wurde dieses Gedicht ausgewählt und hat tatsächlich einige der anvisierten Grenzen überschritten.
Das nachfolgende Ergebnis brauchte deshalb erhebliche Nacharbeitung mit einen Audio-Editor (Audacity) um die Vertonung einigermaßen präsentabel zu machen.

Mehr zu lesen über den friesischen Freiheitsspruch ‚Eala Fria Frisia‘ gibt es hier:
https://boudicca.de/de/eala-frya-fresena-2/


2. Das älteste Lied mit dem Titel „Ela fria Fresena“ wurde 1828, quasi als Motto, im Vorwort des autobiographischen Romans Rhonghar Jarr des nordfriesischen Harro Harring aufgenommen während seines Exils in München. Ob das Lied jemals gesungen wurde, ist nicht überliefert.

Der Bauernsohn Harro Paul Harring, geboren am 28. August 1798 auf dem Ibenshof bei Wobbenbüll in Nordfriesland; und verstorben in Saint Helier auf Jersey am 15. Mai 1870, war ein nordfriesischer Revolutionär, Dichter und Maler. Es reiste viel, sprach mehreren sprachen fließend; neben nordfriesisch und Deutsch auch Dänisch, Englisch, Spanisch und Russisch.
Nachdem er für die Regierung Metternich flüchten musste, festigte er sich zeitweilig in München, wo er u.a. zum Freundeskreis von Heinrich Heine gehörte.

Wie bei Lied 1 wurde auch Harrings Gedicht als ‚Probematerial‘ benutzt zum kennenlernen der Möglichkeiten Gedichte mit Hilfe von KI zu musikalischen Vertonungen zu machen.