Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:An_Arch_Druid_in_His_Judicial_Habit.jpg

.

Droop der Druides Anleitung

wie man Druide wird

.

Copyright 1986, 1988, 1994 Cainteanna na Luise (Droop the Druid)

Der englische Text wurde vom Autor Cainteanna na Luise (Droop the Druid) freigegeben für weitere Verbreitung wenn dieser dabei entsprechend kreditiert wird.

.

Der ursprüngliche englische Text wurde 1997 für die nicht mehr bestehende Zeitschrift Hag & Hexe von Vicky Gabriel auf Deutsch übersetzt und 2001 von der Übersetzerin für eine Veröffentlichung auf Boudicca’s Bard freigegeben.

 


 

.Um alle Merkmale eines echten irischen Druiden zeigen zu können, müssen neun und noch drei extra Punkte erfüllt werden. Sowohl bei dieser Neun als auch bei den Drei haben wir es zu tun mit besonderen druidische Zahlen. Erfahrene Druiden brauchen beide Zahlen meistens nicht gleichzeitig, aber weil du ein Anfänger bist, solltest du das besser wohl tun.

.

1. Trage nie, nie, nie die Farbe Weiß (es sei denn, du heiratest, und das Herz deiner armen, alten Mutter würde in drei Teile brechen, wenn du nicht wenigstens so tätest, als wärest du noch Jungfrau). Die echten Druiden trugen damals und tragen auch heute noch kein Weiß, da es schrecklich schwer sauberzuhalten ist und jeder glauben würde, daß du zum Ku-Klux-Klan gehörst.

.

2. Sei sehr höflich zu Bäumen im allgemeinen und sehr, sehr, sehr nett im Besonderen zu Ebereschen, Haselsträuchern sowie Eiben – und zu antiken Hutständern, wenn du nicht weißt, was sie vorher waren. Laufe an keinem vorbei, ohne wenigstens ein Hallo zu nicken und wische dir nie, nie, nie den Mund ab, nachdem du einen geküßt hast!

.

3. Trage immer Haselnüsse bei dir. Dadurch hast du jederzeit ein angemessenes Geschenk dabei, welches du magischen Wesen, denen du begegnest, anbieten kannst. Aber es hat auch noch einen anderen hübschen Zweck: Wer so etwas braucht, kann sie als Sorgenperlen verwenden, und (natürlich gibt es drei Gründe!) du kannst mit ihnen in deiner Tasche spielen. Wenn du das tust, machen sie kleine Knick-Knack-Geräusche. Dann werden die Leute fragen: “Sind das Steine in deiner Tasche?”, worauf du sagst: “Nein, Haselnüsse” und sie herzeigst. Wenn du nun wiederum hörst, daß jemand mit diesem Knick-Knack in seiner Tasche vorbeigeht, fragst du ihn – du kannst auch Varianten wie “Sind das Kiesel in deiner Tasche?” benutzen. Antwortet er nun:
“Nein, Haselnüsse”, dann – dreimal Hurra! – weißt du, daß er auch Druide ist!

Denk nur mal – du kannst in einer fremden Stadt sein, in der du niemanden kennst, und da steht gerade an der Bushaltestelle diese andere Person mit dem Knick-Knack in der Tasche … Das ist viel, viel, viel besser als ein dummes heimliches Handschüttelzeichen, weil du für Letzteres die zweite eingeweihte Person erstmal treffen mußt – zu fremdem Leuten hinzulaufen und nach deren Hand zu greifen, um sie zu schütteln, kann einen in GROSSE Schwierigkeiten bringen! Und selbst wenn du sie dann triffst und sie wirklich echt sind, könnten sie Keime haben! Aber das Knick-Knack kann man ohne all diese Unbequemlichkeiten hören und erkennen.

.

4. Sage immer die Wahrheit – so kunstvoll du nur kannst. Es ist absolut obligatorisch, daß ein echter irischer Druide immer die Wahrheit sagt, aber es ist genauso obligatorisch (mal drei mal drei mal drei), daß er mit Worten sehr, sehr, sehr kreativ umgeht sowie (wieder drei Dinge) daß er von den ersten zwei (keine druidische Zahl – ups!) Dingen denkt, es sei dasselbe.

.

5. Lerne, irisch zu sprechen. Dadurch wird es möglich, mit anderen Abkömmlingen meiner Schule über druidische Drogendeals selbst dann zu diskutieren, wenn dein Telefon überwacht wird, weil niemand sonst (einschließlich der Iren) Irisch beherrscht – und selbst wenn, würden sie es nicht so aussprechen, wie du es tust.

.

6. Übe, Dinge falsch zu buchstabieren. In der modernen Welt ist es unmöglich, nichts niederzuschreiben, also mußt du Kompromisse eingehen.

.

7. Trage mehr Haselnüsse mit dir herum. (Oh – wenn du jemanden, der mit einem Knick-Knack in der Tasche herumläuft, fragst, ob das Steine sind, und die Antwort “Ja!” erhältst – LAUF!!!)

.

8. Versuche, so viele Dinge wie möglich dreimal zu tun, wie z.B. sich zu verlieben, sich zu verbessern, tägliche Mahlzeiten, Bären in ihrer Höhle zu besuchen (wenn sie nicht da sind), usw., usw., usw. (neunmal ist auch in Ordnung!). Das hatten wir zwar schon dreimal, aber weil es so wichtig ist, bekommt es seine eigene Spezialregel.

.

9.Verbrenne nie Leute in Weidenkäfigen, denn »alle Dinge sind empfindungsfähig« – und Weidenkäfige haben auch Gefühle.

.

10. Sei nett zu Elfen (beider Sorten!). Aber wenn es eine von der Art ist, die dich nach Hause in einen Hügel anstatt in ihr Apartment einlädt, dann achte darauf, daß du für die nächsten hundert Jahre nichts Wichtiges geplant hast.

.

11. Denke zu Samhain daran, etwas Blaues zu tragen (Haut ist am besten), führe ein Stück Ebereschenholz mit dir und – drei Dinge – halte Haselnüsse bereit für den Fall, daß eine Elfe dir Streiche spielen oder mit dir zusammensein will (was davon eintrifft, hängt von dir und der Art der Elfe ab sowie davon, ob du mit nur einem oder beidem einverstanden bist).

.

12. Trage noch mehr Haselnüsse mit dir herum (jaja, du wußtest, daß das kommen würde …). Sie sind sehr gut, um Eichhörnchen zu füttern. Überall auf der Welt leiden Stadtpark-Eichhörnchen schlimm an den Folgen von Fehlernährung, weil schlechtherzige Geizhälse ihnen die billigeren (und nahrungsmäßig nicht ausbalancierten) Erdnüsse anbieten. Und dann – woher willst Du wissen, daß es sich bei dem Eichhörnchen nicht um Jemand-anders-in-Verkleidung handelt? Nicht alle von »IHNEN« verwandeln sich in Schwäne, weißt Du!

.

trennlinie1